4stroke.de

Zündapp DB 204 “Norma”

db3

Eigentlich auf der Suche nach einer NSU Lux bin ich bei eBay über diese Zündapp DB204 von 1952 gestolpert, da sie eh im Nachbarort stand hab ich mir sie einfach mal angeschaut - wir sind uns dann schnell einig geworden und so wechselte sie schnell den Besitzer. :)
Ich habe sie dann auch gleich am nächsten Tag zugelassen und am darauf folgenden 1. Mai eine ausgedehnte Ausfahrt unternommen. Es gehört schon ein dickes Fell dazu mit den zornigen 8 PS der 200er die Berge zu erklimmen, während sich hinter einem die Schlange ungeduldiger PKW Fahrer verlängert, die jede mögliche und auch unmögliche Gelegenheit nutzen um einen Überholmanöver zu starten. Dabei ist man mit knapp über 80 Sachen gar nicht mal sooooo lahm unterwegs. Nur bei langen Bergen, bei denen der Schwung irgendwann nachlässt wird es zäh.
Die Zündapp Derby Modelle haben eine bis in die frühen 30er Jahre reichende Geschichte, die erst endet, als Zündapp den Bau von richtigen Motorrädern in den 60er Jahren einstellt. Meine ist eine DB 204, das heisst es ist eine Norma, DAS Arbeitspferd der Marke schlechthin, nur mit dem nötigsten versehen, waren Fahrzeuge wie dieses, die das Nachkriegsdeutschland mobil machten, die den Arbeiter Tag ein, Tag aus zum Arbeitsplatz brachten, der Kleinunternehmer seine Kunden ansteuerte, der Arzt seine Patienten besuchte oder die Bundespost die Telegramme zustellte. Vor allem die Norma wird in diesem Zusammenhang immer wieder genannt, stellte sie doch das Bauernmotorrad schlechthin dar. Nicht ohne Grund, dieses 200er waren es, die den Spruch “Zuverlässig wie eine Zündapp” prägten. Gebaut um zu funktionieren, nicht mehr und nicht weniger. Im Grunde ist die DB seit den 30er Jahren kaum geändert worden, die DB200, Nachfolgerin der DBK200 (Das K steht hier für Kastenrahmen) hatte Starrahmen, Trapezgabel, 3 Gang Handschaltung und Doppelportauslass. Nach dem Krieg noch eine Zeit lang weiterproduziert kam die DB201, nun mit Telegabel. Kurz darauf wurde die DB202 vorgestellt, nun mit einem modifizierten Motor, der ein fussgeschaltetes 4 Gang Getriebe hatte. Darauf folgten parallel die DB203 und 204, die 203 mit dem Zusatz “Comfort” hatte eine Jurisch Hinterradfederung und ein paar zusätzliche Chromteile, sowie einen Lenkungsdämpfer. Die Norma kam bis auf einen linieren Tank in schwarz und weiterhin mit Starrahmen daher. Allerdings hatte sie den moderneren Motor, der nun nach dem Prinzip der Schnürle Umkehrspülung arbeitete und nur einen Auslass hatte. Dies war möglich da das DKW Patent hierfür ausgelaufen war und so ziemlich von allen Herstellern von Zweitaktmotoren aufgegriffen wurde.Darauf folgte die DB234 “Norma Luxus” die quasi einer Comfort mit Norma Motor entsprach. Auch kamen hier Vollnabenbremsen aus Elektron Guss zum Einsatz. Es folgten nun Modelle mit schräg nach vorn geneigtem Zylinder, Hubräume wurde von 175cm³ bis 250cm³ geboten. Auch kam der Motor im bekannten Roller “Bella” zum Einsatz.

db4

Fahreindruck: Besser als gedacht! Die Federung das Sattels macht die des Hinterrades im Grunde überflüssig, ausser bei Bordsteinkanten und schlimmeren Schlaglöchern wird es schmerzhaft, aber ehr fürs Moppet als für den Fahrer, dieses “reitet” auf dem Sattel auf und nieder, was durchaus spassig ist und wohl auch aussieht. Mehrstündige Etappen sind jedenfalls auch mit meinen 2 Metern kein Problem. Der Motor läuft munter und das Getriebe ist ohne erwähnenswerte Anschlussprobleme zwischen den Gängen übersetzt, so das man selten durch Gegenwind oder leichte Steigungen am hochschalten gehindert wird, das Dreigang soll da einen zu grossen Sprung zwischen Gang 2 und 3 gehabt haben. Die Bremsen verdienen diesen Namen tatsächlich, bedenkt man die Grösse ist die Verzögerung bei entsprechender Fahrweise auch heute noch vertretbar, vor allem hinten ist sie gut. Das liegt daran, das diese Motorräder konstruiert wurden, als in Deutschlang die Strassen meist nur aus Lehm, Dreck oder bestenfalls Schotter bestanden, daher war es durchaus beabsichtigt, das die Vorderradbremse weniger stark ausfiel. Das Anspringverhalten ist tadellos, Benzinhahn auf, drei Sekunden auf den Tupfer drücken, dann Gas halb auf, zwei mal durchtreten, Zündung an, noch ein Tritt mit leichtem Gasgeben, schon läuft der Motor und man kann direkt losfahren. Wenn es unter 5 Grad ist schliesst man beim starten den Klappen am Luftfilter und öffnet sie nach ein paar Metern fahrt wieder. Das ist schon alles. Als Gemisch tanke ist selbstgemischtes 1:33, bisher ohne Probleme, bin nun etwa 2000 Km gefahren. Normal müsste man 1:25 fahren, aber das hat mir die Kerze mehrfach verölt und es qualmt deutlich mehr.

db2

Auch längere Ausflüge sind kein Problem, ehr schon die Unterbringung von Zelt, Schlafsack & Co.

db1
db5

Das Kennzeichen musste ich einfach haben, als ich sah, das es frei war!

db6

Die gibt es heute auch noch !

db7