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Meine Schrauberbude

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Das eigentlich Wohnzimmer einer echten Schraubers sind natürlich die geheiligten Hallen seiner Werkstatt! Das Mobiliar besteht aus den Werkzeugen seiner Schaffenskunst.
Meine Affinität zu allerlei alten Dingen zeigt sich auch in meiner Werkstattausstattung.
Den Anfang machte eine russische Zug Leitspindel Drehmaschine, Typ ”Sieg der sozialistischen Arbeitskraft” oder so. :) Gebaut in den 60er Jahren verfügt dieses geniale Konstrukt nicht nur über stattliche 1500 Kilo bei gerade mal 500 mm Spitzenweite, sondern auch über 14 getriebegeschaltete Gänge, unzählige Vorschübe zum Gewindedrehen, auch über Getriebe geschaltet, wahlweise kann über Wechselräder auch in Zoll und beliebigen anderen Steigungen geschnitten werden. Schlosskasten und Unterschlitten werden über automatischen Vorschub bewegt. Das originale Drehfutter und der Stahlhalter flogen direkt in den Müll und wurden gegen Neuteile von Röhm, WMW Niles und Multifix ersetzt. Die Maschine besitzt eine Kühlmitteleinrichtung und eine zentrale Ölversorgung. Beim kauf sah sie total gammelig aus, stellte sich aber als äußerst genau heraus, kommt halt noch aus einer Zeit der Sowjetunion, als noch keine Mangelwirtschaft herrschte. :)

Die Fräse ist eine Steinel SH4 aus den 50er Jahren, gekauft bei einem wuppertaler Maschinenhändler stellte sie sich als Teil einer ehemaligen Ausbildungswerkstatt heraus, die geht aus den dazugehörigen Unterlagen hervor, wo alle Reparaturen mit Kosten vermerkt waren. Eigentlich eine Horizontalfräse mit angetriebenem Tisch wurde sie mit einem, damals als Zubehör erhältlichen, Vertikalfräskopf zu einer Universalfräse erweitert. Ein Umbau ist zwar etwas aufwendig, da das Öl im Kopf abgelassen werden muss, aber bei der kleinen Menge kein Problem. Ein Schwenken das Kopfes um 360° ist auch möglich, das er mit Nutensteinen in einer Ringnut befestigt ist. Sie besitzt 4 Drehzahlen, die über Motorschalter und zwei Riemenübersetzungen auf 16 Stufen erweitert werden. Der Vorschub wird über ein Zweiganggetriebe und vier Riemenübersetzungen geändert. Auch diese Maschine verfügt über eine Kühleinrichtung, bei der mit aber noch die Pumpe fehlt (ein Normteil, aber noch kein Bedarf gehabt).
Die Bohrmaschine ist ein echter Oldtimer, der Brocken von Solit ist etwa 300 Kilo schwer, selbst der Deckel über dem Flachriemen ist aus Gusseisen... Der Motor wurde in Mähren gebaut und das gibt es seit 1945 nicht mehr... Die Kabel waren Stoffummantelte Aluminiumdrähte, das deutet auf die Zeit während das Krieges hin, Kupferknappheit. Die Verkabelung habe ich komplett neu gemacht, der alte Bakelitschalter ist geblieben. Da die Pinole ziemlich fertig war habe ich aus einer s.g Stellhülse, das sind die Teile, die in Bohrwerken eingestzt werden um Bohrer u.s.w. aufzunehmen eine neue gedreht, was auch die erste echte Bewährungsprobe meiner Drehmaschine war, das Zeug ist echt hart! Leider konnte ich die Lager des oberen, festen, Teils das die Riemenscheibe trägt und die Pinole über eine Keilwelle mitnimmt nicht erneuern, habe nicht rausbekommen wie die demontiert werden können. Da sie aber noch einwandfrei laufen sind sie drin geblieben.
Der Kompressor ist selber gebaut, aus einem alten V2 Stationäraggregat von Boge, einem neuen 50 Liter Kessel vom Boge Superspezi 500 und einem Haufen Sanitärteilen. Die Alupleuel des Verdichters habe ich mit hauchdünnen Bronzebuchsen versehen, den Hubzapfen der Kurbelwelle auf Untermass gefräst und komplett plasmanitrieren lassen. Das ganze läuft nun seit Jahren problemlos. Inzwischen ist auch ein ähnlicher Reserveverdichter vom Superspezi 250 in meinen Fundus gewandert.
Die Hebebühne entstammt einer Sammelbestellung in China, keine Profiware aber für gelegentlichen Einsatz völlig ok. Sie wird z.B. auch von RC Machines angeboten, aber deutlich teurer.
Die Werkbank rechts sind zwei DIN A0 Landkartenschränke aus Bundeswehrbeständen, einfach übereinander gestellt und oben eine dicke Multiplexplatte drauf, fertig ist die stabile Werkbank mit massenweise Stauraum für Werkzeug und Kleinteile.
Schweissgeräte habe ich zwei, ein Dalex MIG / MAG der gehobenen, luftgekühlten, Leistungsklasse und einen kleinen Schweissinverter für Stabelektroden, der mit einem zusätzlichen HF Zündgerät und Schlauchpaket zum WIG Brenner umrüstbar ist - eine feine Sache!

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Schraubereien

Hier überhole ich die Hinterradfederung meiner AWO,
die alten Presspappe Buchen kamen raus, dafür welche aus Lagerbronze rein. Die Führungsstangen habe ich abgedreht, geläppt und Plasmanitriert. Das sollte für die Ewigkeit halten. Da die Buchsen beim einpressen ihre Maßhaltigkeit verlieren habe ich sie mit einer verstellbaren Reibahle auf das entsprechende Passungsmaß gebracht.

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