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Die Anlage

Angefangen habe ich mit einem Kassetten Reckorder irgendwann in den 80ern - Fand da irgend ein Lied von Michael Jackson ganz toll... - Jaja, schlimm so was, ich weiss :) Es folgte ein kleines Telefunken Jubilate Radio, ein Erbstück meiner Uroma, dem alsbald ein Kassettengerät aus den frühen 70ern zur Seite gestellt wurde. Nach diversen Geburtstags und Weihnachts Geldsammlungen habe ich mir bei “Rudis Resterampe” in Bad Salzuflen eine SEG Stereoanlage gekauft. Mit einem CD Player !!! Wahnsinn, sowas hatte keiner meiner Freunde vorzuweisen, dürfte so um 1988 gewesen sein. Das Teil stellte sich aber als ziemlich mässig heraus und CDs waren schlicht unerschwinglich für mich. So blieb es bei den 3-4 die ich nach und nach geschenkt bekam. Der Plattenspieler klang fürchterlich und der CD Player gab trotz mässiger Nutzung schnell den Geist auf. Inzwischen war ich dann auch in der Lehre und verdiente etwas Geld, so das ich mir eine Phillips Anlage mit Subwoofer leisten konnte. Topload CDP und fernbedientem Motor Volume Regler. Die Anlage lebt immer noch und beschallt mein Gartenhaus, den Klang finde ich auch heute noch gut.
Es folgten im Zuge einer Wohnzimmer Renovierung Mini-Komponenten von Pioneer aus der Inspire Serie. Einen CD Receiver mit Externen Display und Scheckkartenformat Fernbedienung, sowie den passenden MD Player dazu. Kleine Flachlautsprecher und einem Subwoofer.
Ein paar Jahre war ich damit durchaus zufrieden, dann suchte ich einen preiswerten Receiver für die Werkstatt, .also mal eBay geguckt und über einen 70er Jahre Marantz 2215B gestolpert. Als der dann zu hause eintraf brachte ich es aber nicht übers Herz den in die Garage zu stellen, bis auf einen unsichtbaren Kratzer am Display befand er sich in Top Zustand.
Da nur Radiohören irgendwann langweilig wird und mein DVD Player keine selbstgebrannten CDs mag habe ich für 15€ einen Onkyo DX-7222 CDP ersteigert, was auch der Auslöser meiner Begeisterung für diesen Hersteller wurde, der konnte nicht nur in Punkto Klang überzeugen, Design und vor allem Verarbeitung sind beispielhaft. Der klangliche Unterschied des Onkyo DX-7222, Marantz 2215B und Heco PSM 800 zu meiner JVC DVD / Surround Kombi mit Magnat Boxen war enorm. Dazu hat das alles zusammen nur rund 100€ gekostet. Beim stöbern in der Bucht habe ich dann noch den passenden Minidisk Player MD-2321 und einen Dual CS 530 Plattenspieler. Den JVC DVD habe ich dann auch noch gegen einen Onkyo DV-S535 getauscht. Zwei Jahre später, es wurde mal wieder die Bude renoviert, habe ich dann technisch noch ein mal kräftig aufgerüstet.
 

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Mal wieder war die elektronische Bucht der Auslöser des Verlangens... Und vielleicht ein wenig www.hifi-forum.de
Jedenfalls stand mit auf mal der Sinn nach einem Röhrenverstärker, mit diesem Gedanken habe ich schon vorher ein mal gespielt, aber als mir der Marantz über den Weg lief wieder verworfen.
Ich habe dann in der Bucht neben unzähligen China Geräten den in Polen gebauten Amplifon WT30 II entdeckt und für etwa ein Viertel des Neupreises erstanden.
www.amplifon-audio.com
Es ist ein Gentaktverstärker der im Klasse A Betieb arbeitet und zur Verstärkung in der Endstufe 6 Stück 6AS7G (ECC230) Doppeltrioden verwendet. Die Gehäuseseiten bestehen aus hochglanzlackierter Eiche, der Rest aus polieren Edelstahl.

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Das Schutzgitter kann abgenommen werden, Die Drehknöpfe sind ebenfalls aus massivem Edelstahl gedreht, der ganze Verstärker wiegt gut 27 Kilo, hat zwei mal 31 Watt, was zwar nach wenig klingt, aber für einen Class A Verstärker in Röhrentechnik schon ordentlich ist. Auf jeden Fall ist die Leistung völlig ausreichend um sich bei seinen Nachbarn unbeliebt zu machen. Der Verstärker hat keine Gegenkopplung, diese sorgt dafür das die Basskontrolle besser wird, beeinfluss aber auch ein wenig den Klang und kostet Leistung. Was den Bass angeht kann ich mich aber nicht beschweren, klingt einfach saugut. Auch wenn er unter Vollast mal eben 315W zieht. Das meiste davon wird in Wärme, die restlichen 10% in Ausgangsleistung verwandelt. - Egal, Hauptsache es glüht!

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Der “Röhrenaltar” in seiner vollen Pracht


Die Lampe, hinten, habe ich beim rumstöbern, bei eBay gefunden, musste ich einfach haben!
Vielleicht kennt sich ja einer meiner Besucher damit aus, angeblich soll sie aus der Art Deco Zeit stammen, ich selber würde ehr auf den Übergang vom Jugendstiel zum Art Deco tippen, da sowohl ausgeprägte figürliche Darstellungen als auch nüchternes, klares Design vorhanden sind. Die Birnen sind nicht original, das ganze wurde für einen Betrieb mit Netzteil umgebaut, da die ganze Lampe den einen Leiter darstellt, also unter Strom steht. Auf der Unterseite steht “LM Paris” (Kann auch ML Paris heissen) als Hersteller. Leider nichts im Netzt gefunden. Der Mantel um die Fassungen wird Bakelit sein, oder Gummi. Ich will nicht dran rumdrücken, da das Material recht rissig ist.

Email: marc(ät)4stroke.de

Die 6AS7G von nahen, normal glüht es nicht so stark, Langzeitbelichtung sei dank... Das blaue leuchten kann durch diverse Dinge verursacht werden und kommt bei einigen Röhren vor, beeinflusst die Funktion aber nicht. Vermutlich durch Spuren von Restgas in der Röhre, passiert dann was ähnliches wie bei einer Neonröhre. Im Vordergrund sieht man die vier ECC 82 Röhren der Vorstufe, aussen sind noch zwei 6H1p-EB als Treiber. Als Übertrager kommen Ringkern Übertrager zum Einsatz. Ganz Transistorfrei ist er nicht, allerdings befinden die sich nicht im Signalweg und werden nur zur Spannungsstabilisierung und für den Autobias eingesetzt. Bis auf den grossen Ringkern Netztrafo ist der gesamte Verstärker als Doppelmono aufgebaut, also auch zwei Netzteile.

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Wer A sagt muss auch B sagen, ober auf einem Bein steht man schlecht.
Was nützt mir der tolle Verstärker wenn der klangliche Flaschenhals nun wo anders ist. In meinem speziellen Fall wären da an erster Stelle die Boxen und dann der CD Player zu nennen. Da die Lautsprecher den wohl grössten Einfluss aller Teile, auf den Klang haben wollen speziell diese natürlich besonders sorgfältig ausgesucht sein. Die Sache wird zudem noch weiter erschwert, als das Röhrenverstärker gewissen Anforderungen an die LS stellen, z.B. sollten sie einen möglichst hohen Kernschalldruck haben, diese Wert gibt an, mit welcher Lautstärke ein Ton bei einer Leistung von 1W auf einen Meter abgegeben wird. Je höher der Wert, desto lauter spielt der LS bei gleicher Leistung. Da Röhrenverstärker ehr schwachbrüstig sind ist ein hoher Kernschalldruck natürlich von Vorteil. Dann muss es der Amp schaffen die Basschassis entsprechend in Zaum zu halten, so das diese nicht unkontrolliert rumblubbern, Stichwort Gegenkopplung. Obendrein müssen die Dinger natürlich klanglich in den Raum passen und da es keine Klangeinstellung gibt zu gehörter Musik und dem eigenen Geschmack passen.
So habe ich dann fleissig gesucht und bin an zwei Rosenholz furnierten Heco Celan 500 gekommen, angeboten im Hifi Forum.

Es sind 2,5 Wege Standboxen, bestückt mit einer Hochton Kalotte die in einem Edelstahlteller mir kurzem Hornansatz sitzt, einem Breitbänder ähnlichen, mit einer extrem leichten Papiermembran bestückten Tiel- Mitteltöner und einem Basschassis. Auf der Rückseite befindet sich noch ein Aluminium Bassreflex Rohr und ein massiver Anschlussterminal für Banasas und zum schrauben. Es gibt die Möglichkeit den Hochton Bereich um 2dB anzuheben, je nach dem wie man die Kabel anschliesst. Es werden entweder Stahlspikes oder Gummispikes verwendet. Das Heco mit der Celan Serie ein guter Wurf gelungen ist, zeigen die Testberichte diverser Zeitschriften, auch ich bin vom Klang absolut überzeugt. Die Verarbeitung ist erstklassig, was wie Holz aussieht ist auch Holz und das was nach Metall aussieht ist Metall. Die Dinger sind bleischwer sehen einfach traumhaft aus!

celan500